Die Abteilung Hafen- und Wasserbau hilft dabei, Schiffe unsichtbar zu machen.

Die Abteilung Hafen- und Wasserbau realisiert für die Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr in Kiel-Friedrichsort den Neubau einer sogenannten EM-Behandlungsanlage.

Bereits im November 2012 erhielt AUG. PRIEN als Arbeitsgemeinschaft den Zuschlag für die Entmagnetisierungs- und Behandlungsanlage in Kiel. Ein langes Wort, das bei vielen Menschen ohne militärisches Know-How oder Technikverständnis Fragen aufwirft.

Markus Buchhorn ist Abteilungsleiter der Abteilung Hafen- und Wasserbau. Er erklärt, was eine sogenannte EM-Behandlungsanlage ist und was da in Kiel genau gebaut wird:

„Viele Wasserfahrzeuge haben durch ihren Stahlrumpf oder andere magnetische Bauteile ein abweichendes Magnetfeld, also eine magnetische Signatur. Diese wird häufig zur Kriegsführung genutzt. So können zum Beispiel Seeminen und Torpedos mit magnetischen Zündern explodieren, wenn ein Wasserfahrzeug hindurchfährt. Sie reagieren auf Veränderungen im Magnetfeld.

Mithilfe der EM-Behandlungsanlage versucht man, die magnetische Signatur des Schiffes möglichst klein zu halten – die Schiffe also „unsichtbar“ zu machen.“
Mittlerweile steht die Gründung für das 240 m lange und 80 m breite Bauwerk auf dem Grund der Förde – insgesamt 567 Pfähle.

Zurzeit laufen die weiteren Herstellungsarbeiten für das Bauwerk. An der Wasseroberfläche sind im Endzustand nur ein paar Edelstahl-Poller als Festmacher und Bojen zu sehen. Das heißt, das gesamte Baufeld befindet sich ca. 12 m unter dem Wasserspiegel.

Eine weitere Besonderheit: Unsere Ingenieure dürfen keine Baustoffe verwenden, die die Magnetfelder beeinflussen können. Eisen oder Stahl fallen damit weg. Statt einer üblichen Bewehrung bekommen die Gründungspfähle der Anlage einen Korb mit Längsbewehrung aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Wendel aus Edelstahl.

Details zur Erzeugung der Magnetfelder und der eigentlichen Entmagnetisierung obliegen der militärischen Geheimhaltung.

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